Trend 2016 – Farben und Formen im Zeichen der Dualität

Goldocker und Gold ist eine der Trendfarben der vergangenen JahrenSeit dem Jahr 2004 versammelt AkzoNobel Experten aus der Designbranche, um mit ihnen gemeinsam Farbpaletten zu erarbeiten, die für die kommenden Monate bestimmend sind. Auf der Basis von Beobachtungen auf Messen, bei Stoffen oder in Geschäften werden jedes Jahr dafür bis zu sechzig Farbtöne benannt, die besonders charakteristisch für die jeweilige Zeit sind. 2011 etwa waren neutrale Farben mit einer Graufärbung und einem warmen Farbton populär. 2013 war Indigo (ein tiefblauer Ton) das beherrschende Thema.

Noch 2014 dominierte Grün. Doch schon im vergangenen Jahr spielte Grün keine Rolle mehr. Auch auf den Farbpaletten für 2016 sucht man das klassische Grün vergebens. Sofern Grüntöne verwendet werden, tendieren sie ins Gelb, sind Aquamarin oder etwas dazwischen. Orangetöne dagegen tendieren (vom Gelb kommend) ins Rötliche, während die Rottöne nicht mehr ganz so dunkel sind, wie in den vergangenen Jahren. Wem das jetzt ein wenig zu sehr hin und her ging, hat den Bogen für den Trend 2016 im Prinzip schon raus. Das Jahr ist bestimmt von Dualitäten. Mittlere, weiche Farbtöne dominieren den Trend 2016.

Trend 2016 – Goldocker steht für Vergangenes wie für die Zukunft

Die Wahl auf Goldocker als Trendfarbe des Jahres 2016 begründen die Trendexperten mit der Beobachtung, dass derzeit Gold in sehr vielen Trendprodukten (wie etwa dem iPhone und anderen Smartphones) auftaucht. Die Farbe wirkt zugleich klassisch und werthaltig. Sie findet sich in vielen Bildern klassischer Maler wieder, sodass die Farbe uns auch mit der Vergangenheit verbindet. Darüber hinaus ist Goldocker auch eine würdige und zugleich nachvollziehbare Nachfolgerin der Trendfarbe 2015, dem Kupfer-Orange. Nicht zuletzt ist sie sehr gut mit hellen Gelbtönen und Türkis zu kombinieren und erfüllt damit die wohl wichtigste Forderung des Trends 2016, sie soll über verschiedene Themen hinaus Gegensätze miteinander verbinden.

Angesagt ist es derzeit, nicht nur Tradition mit Innovation zu verbinden, es geht auch darum, unsere Freiheit mit Rastern (Ordnungen, Mustern) zu versöhnen, an denen wir uns ausrichten können. Zum Trend 2016 zählt auch, Licht und Dunkelheit in ein neues, gesünderes Verhältnis zu bringen sowie der allgewärtigen Bilderflut mit einer neuen Wertschätzung für Schrift und Wort zu begegnen.

  • Der Trend 2016 wird bestimmt durch das Zusammenspiel von …
  • … Herkunft und Zukunft
  • … Licht und Dunkelheit
  • … Wörter und Bildern
  • … Freiheit und Raster

Der Trend 2016 in der Raum- und Wandgestaltung

Es hat sicherlich nichts mit Kaffeesatzleserei zu tun, wenn die Trendforscher unserer Zeit attestieren, am Scheideweg zu sein. Allein der Umbruch, den wir alle im Alltag durch neuen digitalen Techniken erleben, spricht dafür. Es ist überall ein Aufbruch zu spüren. Doch anderes als in früheren Gründerjahren ist es ein Aufbruch ohne Hurra. Wir haben gelernt, dass die Zukunft nur gelingen kann, wenn wir den Blick zurück dabei nicht vergessen. Smartphones und Computer sind so allgegenwärtig, dass es nur konsequent ist, dass wieder Bücher, Papier und Bleistift hoch im Kurs stehen.

Wort und Bild

Einer der Trends 2016 bei der Raum- und Wandgestaltung ist, mit Buchstaben oder auch Sprüchen Statements in den eigenen vier Wänden zu setzen. Bilder gehören zwar nach wie vor zu den beliebten Einrichtungsgegenständen, doch verlieren sie ihre solitäre Stellung. Der Trend 2016 reagiert auf die Bilderflut der modernen Medien. Ist aber sicherlich auch eine Folge davon, dass wir alle den photogeshopten Bildern nicht mehr unbedarft trauen. Ein gutes Wort an der richtigen Stelle angebracht, entfaltet da einfach mehr Kraft. Da Tinte Blau und Graphit Grau ist, sehen die Trendexperten in diesen beiden Tönen eine weitere Palette der Farben des Trends 2016.

Licht und Dunkelheit

Ein Gegensatzpaar, das noch vor wenigen Jahren nur eine Richtung gekannt hätte, ist Licht und Dunkelheit. Galt früher die Regel, Räume so hell und vom Licht durchflutet wie nur irgend möglich zu gestalten, macht sich allmählich die Erkenntnis breit, dass wir auch die Dunkelheit benötigen. Gerade in unseren nie dunkel werdenden Städten vermissen wir nachts die Ruhe. Gestützt wird diese Erkenntnis durch jüngere Forschung, die uns lehrt, dass nicht nur wir Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen Dunkelheit benötigen, um gesund zu sein. Und so mischt sich in die Farben des Trends 2016 auch stets etwas Dunkles, wenn nicht sogar etwas Mysteriöses. Um der Lichtverschmutzung zu entkommen, suchen wir gezielt nach Kontrasten. Im Trend 2016 etwa sind Küchen mit hellen Arbeitsflächen und dunklen Wänden populär. Der Kontrast belebt einerseits, beruhigt uns zugleich in den Abend- und Nachstunden.

Freiheit und Raster

In Zeiten des Wandels sind Raster und Systeme, an denen wir uns ausrichten können, besonders wichtig. Die Trendforscher benennen etwa Strickklubs, die von Internet-Agenturen organisiert werden, damit die Mitarbeiter wenigstens einmal am Tag etwas physisch zu fassen bekommen. Auch hier findet sich die Tendenz zum Ausgleich als Überthema des Trends 2016 wieder. Wir alle lieben unsere Freiheit, aber wenn die Freiheit keine Grenzen hat, bekommen wir sie nicht zu fassen. Auf das Design und die Raumgestaltung bezogen, bedeutet dieser Trend: wir lassen unserer Kreativität freien Lauf, halten sie aber durch klare Muster oder optische Begrenzungen im Zaun. Das Stichwort für die Gestaltung lautet „kontrollierte Unordnung“. Wir dürfen also nach wie vor mutig sein. Aber nur soweit, wie die Kreativität uns hilft, uns selbst zu finden.