Anstriche mit geringer Emission für geschlossene Räume

Anstriche mit geringer Emission tragen dazu bei:

  • Die Raumluftqualität zu verbessern und gesundheitliche Belastungen zu reduzieren
  • Umweltfreundliche und nachhaltige Bau- und Renovierungsprojekte zu ermöglichen
  • Schadstoffemissionen in geschlossenen Räumen zu minimieren
  • Geruchsarme und sichere Beschichtungen für sensible Bereiche wie Schulen, Krankenhäuser oder Kinderzimmer bereitzustellen

Herkömmliche Farben setzen oft über Wochen oder Monate hinweg Schadstoffe frei, die die Innenraumluft belasten.

Gesetzliche Vorgaben und Normen für emissionsarme Anstriche

Internationale und europäische Normen

  • DIN EN 16516 – Bestimmung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs)
  • EU-Verordnung 2004/42/EG – Begrenzung des VOC-Gehalts in Farben und Lacken
  • ISO 16000-6 – Messung der Innenraumluftbelastung durch Lösemittel
  • Blauer Engel (RAL UZ 102) – Umweltzertifikat für emissionsarme Farben
  • LEED & BREEAM – Nachhaltigkeitsstandards für emissionsarme Baustoffe

VOC-Grenzwerte für emissionsarme Farben (EU-Verordnung 2004/42/EG)

Farbtyp

Maximale VOC-Konzentration (g/l)

Wand- und Deckenfarben auf Wasserbasis

30 g/l

Latexfarben und Dispersionsfarben

50 g/l

Holz- und Metalllacke

130 g/l

Mindestanforderungen an emissionsarme Anstriche

Kriterium

Anforderung

VOC-Gehalt

< 30 g/l für Innenwandfarben

Geruchsarmut

Keine langanhaltenden Ausdünstungen

Umweltfreundlichkeit

Frei von Schwermetallen, Weichmachern und Lösungsmitteln

Allergikerfreundlichkeit

Frei von Formaldehyd und Konservierungsmitteln

Arten von emissionsarmen Anstrichen

1. Wasserbasierte Dispersionsfarben

  • Enthalten kaum Lösemittel und sind nahezu geruchsfrei
  • Leicht zu verarbeiten, schnelltrocknend
  • Besonders geeignet für Wohnräume, Büros und Bildungseinrichtungen

2. Silikatfarben (Mineralfarben)

  • VOC-frei und diffusionsoffen, regulieren die Raumfeuchtigkeit
  • Besonders schimmelresistent und antibakteriell
  • Ideal für Feuchträume, Krankenhäuser und Allergikerhaushalte

3. Lehm- und Kalkfarben

  • Natürliche, rein mineralische Farben ohne Schadstoffbelastung
  • Gute Feuchtigkeitsregulierung, verhindern Schimmelbildung
  • Besonders für ökologische Bauweisen und nachhaltige Innenraumgestaltung geeignet

4. PU- und Latexfarben mit reduziertem VOC-Gehalt

  • Hochabriebfest, für stark beanspruchte Wände
  • Umweltfreundliche Varianten mit minimalem VOC-Anteil erhältlich
  • Ideal für Flure, Treppenhäuser, Küchen und Gewerberäume

Materialien für emissionsarme Anstriche

Material

Eigenschaften

Einsatzbereich

Wasserbasierte Dispersion

Geringer VOC-Gehalt, geruchsarm

Wohn- und Büroräume

Silikatfarbe

Diffusionsoffen, schimmelresistent

Feuchträume, Allergikerhaushalte

Lehmfarbe

Natürlich, schadstofffrei

Ökologische Bauweise, Kinderzimmer

PU-verstärkte Latexfarbe

Hochabriebfest, reinigungsfreundlich

Schulen, Krankenhäuser

Methoden zur Applikation von emissionsarmen Anstrichen

1. Vorbereitung der Oberfläche

  • Reinigung der Wand von Staub, Schmutz und alten Farbresten
  • Grundierung mit emissionsarmen Haftgrundierungen
  • Spachtelarbeiten zur Glättung von Unebenheiten

2. Applikationstechniken

Technik

Einsatzbereich

Vorteile

Rollenauftrag

Wohnräume, Büros

Gleichmäßige Deckkraft

Sprühverfahren

Großflächen, Industriehallen

Zeitsparend, gleichmäßiger Farbauftrag

Pinselauftrag

Detailbereiche, kleine Flächen

Präzise Verarbeitung

3. Trocknungs- und Aushärtungszeiten

Material

Trocknungszeit

Endgültige Belastbarkeit

Wasserbasierte Dispersion

4–6 Stunden

24 Stunden

Silikatfarbe

12 Stunden

7 Tage

Lehmfarbe

6–8 Stunden

48 Stunden

PU-verstärkte Latexfarbe

12 Stunden

5–7 Tage

Wartung und Erneuerung von emissionsarmen Anstrichen

  • Regelmäßige Reinigung mit milden Reinigungsmitteln zur Erhaltung der Schutzwirkung
  • Vermeidung aggressiver Chemikalien, um die Emissionsarmut zu bewahren
  • Nachbesserung beschädigter oder abgenutzter Stellen
  • Erneuerung von Beschichtungen je nach Beanspruchung alle 5–10 Jahre

Häufige Fehler bei der Anwendung von emissionsarmen Anstrichen

  • Falsche Materialwahl für den Anwendungsbereich → Unzureichende Abriebfestigkeit oder Schutzwirkung
  • Unzureichende Vorbereitung des Untergrunds → Schlechte Haftung der Beschichtung
  • Zu dünner Farbauftrag bei mineralischen Farben → Geringe Deckkraft und schlechte Schutzwirkung
  • Verwendung ungeeigneter Reinigungsmittel → Beeinträchtigung der gesundheitsfreundlichen Eigenschaften

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu emissionsarmen Anstrichen

Welche Farbe ist am besten für Allergiker geeignet?

Silikat- oder Lehmfarben, da sie VOC-frei und schadstoffarm sind.

Wie erkenne ich emissionsarme Farben?

An Umweltzertifikaten wie dem Blauen Engel oder Angaben zum VOC-Gehalt (< 30 g/l).

Sind emissionsarme Farben genauso deckend wie herkömmliche Farben?

Ja, hochwertige Produkte bieten eine vergleichbare Deckkraft.

Wie lange dauert es, bis eine emissionsarme Farbe vollständig ausgehärtet ist?

Je nach Produkt zwischen 24 Stunden und 7 Tagen.

Wie oft sollten emissionsarme Anstriche erneuert werden?

Je nach Beanspruchung und Umgebung alle 5–10 Jahre.

Fazit

Anstriche mit geringer Emission sind eine ideale Lösung für gesundheitsbewusste und umweltfreundliche Innenraumgestaltung. Sie verbessern die Luftqualität, reduzieren Schadstoffe und bieten gleichzeitig langlebige, pflegeleichte Oberflächen. Durch die richtige Wahl der Materialien, fachgerechte Verarbeitung und regelmäßige Wartung lassen sich sichere und nachhaltige Raumkonzepte realisieren.