Sanierung von Betonuntergründen

Betonschäden können aus verschiedenen Gründen entstehen, darunter:
  • Mechanische Beanspruchung durch Verkehr, Lasten oder Erschütterungen
  • Chemische Einwirkungen durch Säuren, Laugen oder Tausalze
  • Korrosion der Bewehrung durch eindringende Feuchtigkeit
  • Fehlende oder mangelhafte Schutzbeschichtungen
Eine schnelle und gezielte Sanierung ist entscheidend, um:
  • Die Tragfähigkeit und Sicherheit zu gewährleisten
  • Weitere Schäden durch Feuchtigkeit oder Rissbildung zu verhindern
  • Die Lebensdauer des Bauwerks zu verlängern

Ursachen und Arten von Betonschäden

Mechanische Schäden

  • Risse und Abplatzungen durch hohe Belastungen
  • Verschleiß durch Abrieb, z. B. in Parkhäusern oder Industriehallen

Chemische Schäden

  • Angriffe durch Tausalze und Chloride (besonders in Straßenbauwerken)
  • Säure- oder Laugenexposition in Industriebereichen

Feuchtigkeitsschäden und Korrosion

  • Eindringendes Wasser führt zur Korrosion der Bewehrung
  • Frost-Tau-Wechsel verursachen Spannungen und Abplatzungen

Mangelhafte Verarbeitung und Alterung

  • Fehlerhafte Betonmischung oder unzureichende Nachbehandlung
  • Karbonatisierung des Betons durch CO₂-Einwirkung

Methoden zur Sanierung von Betonuntergründen

1. Reinigung und Vorbereitung der Oberfläche

Bevor eine Sanierung erfolgen kann, muss die beschädigte Oberfläche gründlich gereinigt und vorbereitet werden:
  • Mechanische Reinigung durch Schleifen, Fräsen oder Hochdruckwasserstrahlen
  • Entfernung von losen Betonteilen und alten Beschichtungen
  • Entfernung von Öl, Fett und Schmutz für optimale Haftung der Reparaturmaterialien

2. Risssanierung und Strukturreparatur

Rissinjektion mit Epoxid- oder Polyurethanharz

  • Für tragende Bauteile und feine Risse
  • Epoxidharz für kraftschlüssige Verbindung
  • Polyurethanharz für flexible Abdichtung gegen Wasser

Füllen von Rissen mit Mörtel oder Spachtelmasse

  • Für nicht tragende Bauteile
  • Einsatz von polymermodifizierten Mörteln oder Zementspachteln

3. Reprofilierung und Oberflächenausgleich

Spachtelmassen und Ausgleichsmörtel

  • Für kleinere Unebenheiten und optische Ausbesserungen
  • Glättende oder strukturelle Spachtelmasse je nach Anforderung

Betonersatzsysteme für größere Schäden

  • Verwendung von Schnellmörtel oder Hochleistungsbeton
  • Auftragen in mehreren Schichten für langfristige Stabilität

4. Bewehrungsschutz und Korrosionsschutz

Freilegung der Bewehrung und Reinigung

  • Mechanische Entfernung von Rost (z. B. Sandstrahlen)
  • Auftragen von Korrosionsschutzmitteln auf freigelegte Stahlbewehrung

Kathodischer Korrosionsschutz

  • Verhinderung der Weiterkorrosion durch elektrische Schutzsysteme
  • Besonders für Brücken, Tunnel und Hochhäuser geeignet

5. Abdichtung und Schutzbeschichtung

Oberflächenschutz durch hydrophobierende Imprägnierungen

  • Wasserabweisende Beschichtungen gegen Feuchtigkeit
  • Verhindert das Eindringen von Chloriden und Säuren

Spezielle Beschichtungen für Industrie- und Verkehrsflächen

  • Epoxid- oder Polyurethanbeschichtungen für chemische Beständigkeit
  • Rutschfeste oder abriebfeste Schutzschichten für stark frequentierte Bereiche

Dampfdiffusionsoffene Schutzanstriche

  • Silikat- oder Acrylbeschichtungen für Wände und Fassaden
  • Schutz gegen UV-Strahlung und Witterungseinflüsse

Materialien für die Betonsanierung

Materialtyp Anwendungsbereich
Epoxidharz Rissinjektionen, kraftschlüssige Verklebungen
Polyurethanharz Flexible Abdichtung gegen Wasser
Reparaturmörtel (zementgebunden) Rissverfüllung, Oberflächenausgleich
Korrosionsschutzbeschichtungen Schutz der Bewehrung gegen Rost
Silikat- oder Acrylbeschichtungen Witterungsschutz für Fassaden
Epoxid- oder PU-Beschichtungen Schutz für Industrieböden und Verkehrsflächen

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Betonsanierung

  1. Schadensanalyse durchführen: Risse, Abplatzungen und Feuchtigkeit bewerten
  2. Oberfläche vorbereiten: Reinigung, Entfernen von losen Teilen
  3. Risse und Fehlstellen ausbessern: Harzinjektionen oder Spachtelmassen verwenden
  4. Bewehrung prüfen und schützen: Korrosionsschutz auftragen
  5. Fläche reprofilieren: Spachtel- oder Reparaturmörtel auftragen
  6. Schutzbeschichtung aufbringen: Hydrophobierung oder Versiegelung

Sicherheitsmaßnahmen bei der Betonsanierung

  • Schutzkleidung tragen: Handschuhe, Atemschutz und Schutzbrille verwenden
  • Gute Belüftung sicherstellen bei der Verarbeitung von Epoxidharzen
  • Fachgerechte Entsorgung von Altbeton und Chemikalien beachten

Häufige Fehler bei der Betonsanierung

Unzureichende Untergrundvorbereitung → Mangelnde Haftung der Reparaturmaterialien Falsche Materialwahl → Inkompatible Produkte können zu neuen Schäden führen Fehlende Bewehrungskontrolle → Korrosion schreitet weiter fort Keine Schutzbeschichtung aufgetragen → Neue Schäden durch Feuchtigkeit oder chemische Einflüsse

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Betonsanierung

Wann ist eine Betonsanierung notwendig?

Bei sichtbaren Rissen, Abplatzungen, Feuchtigkeitsproblemen oder Bewehrungskorrosion.

Kann ich Betonrisse einfach überstreichen?

Nein, Risse müssen mit Harzinjektionen oder Reparaturmörtel saniert werden.

Wie lange dauert eine Betonsanierung?

Je nach Schaden und Material zwischen einem Tag und mehreren Wochen.

Ist eine Betonsanierung auch im Winter möglich?

Ja, mit speziellen schnell härtenden Mörteln und unter Einhaltung der Mindesttemperatur.

Fazit

Die Sanierung von Betonuntergründen erfordert eine sorgfältige Schadensanalyse, die richtige Materialwahl und eine fachgerechte Anwendung. Durch gezielte Maßnahmen zur Reparatur und zum Schutz lässt sich die Lebensdauer von Betonflächen erheblich verlängern. Ob im Hochbau, Tiefbau oder in der Industrie – eine professionelle Betoninstandsetzung gewährleistet langfristige Stabilität und Sicherheit