Eine effektive Brandschutzkennzeichnung trägt dazu bei:
- Lösch- und Rettungsmittel schnell zu finden
- Fluchtwege eindeutig zu kennzeichnen
- Mitarbeiter und Besucher über Brandgefahren zu informieren
- Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu gewährleisten
Ohne eine klare Kennzeichnung können sich Personen in Notfallsituationen verirren, was die Evakuierung erschwert und das Risiko von Personenschäden erhöht.
Gesetzliche Vorgaben und Normen für Brandschutzkennzeichnungen
Internationale und europäische Normen
- ISO 7010: Standardisierte Piktogramme für Brandschutzzeichen
- DIN EN ISO 3864-1: Gestaltung von Sicherheitskennzeichnungen
- ASR A1.3 (Technische Regeln für Arbeitsstätten): Anforderungen an Sicherheitszeichen in Deutschland
Brandschutzvorschriften und Sicherheitsrichtlinien
- ArbStättV (Arbeitsstättenverordnung): Pflicht zur Kennzeichnung von Brandschutzeinrichtungen
- DGUV Vorschrift 9: Vorgaben zur Sicherheitsbeschilderung in Betrieben
- DIN 4066: Anforderungen an nachleuchtende Brandschutzzeichen
Normgerechte Farb- und Formgebung für Brandschutzzeichen
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Zeichenart |
Form |
Farbe |
Bedeutung |
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Brandschutzzeichen |
Rechteckig oder quadratisch |
Rot mit weißem Symbol |
Weist auf Feuerlöscheinrichtungen hin |
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Fluchtwegzeichen |
Rechteckig |
Grün mit weißem Symbol |
Zeigt Notausgänge und Rettungswege an |
Die Einhaltung dieser Normen stellt sicher, dass alle Personen die Zeichen sofort erkennen und im Notfall schnell handeln können.
Arten von Brandschutzkennzeichnungen
1. Feuerlöscher und Löschmittel
- Feuerlöscher-Symbol → Standort eines tragbaren Feuerlöschers
- Feuerlöschschlauch-Symbol → Kennzeichnung eines Wandhydranten
- Löschdecke-Symbol → Hinweis auf Löschdecken für Fettbrände oder kleine Brände
2. Brandmelde- und Alarmeinrichtungen
- Brandmelder-Symbol → Hinweis auf manuelle Brandmelder (Feuermelder)
- Alarmknopf-Symbol → Kennzeichnung von Notfallalarmen
3. Flucht- und Rettungswege
- Notausgang-Symbol → Weißer Pfeil auf grünem Hintergrund zeigt Fluchtrichtung
- Feuerwehrzufahrt-Symbol → Zeigt an, dass eine Zufahrt für die Feuerwehr freigehalten werden muss
4. Verbotszeichen im Brandschutz
- Rauchen verboten → Reduziert Brandgefahr in sensiblen Bereichen
- Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten → Verhindert Entzündung von brennbaren Stoffen
Anwendungsbereiche für Brandschutzkennzeichnungen
Gewerbliche und öffentliche Gebäude
- Flucht- und Rettungswege in Bürogebäuden und Schulen
- Kennzeichnung von Löschmitteln und Brandmeldern in Hotels und Einkaufszentren
Industrie- und Produktionsstätten
- Hinweise auf explosionsgefährdete Bereiche und feuergefährliche Stoffe
- Kennzeichnung von Brandschutzeinrichtungen in Werkhallen
Verkehrs- und Außenbereiche
- Feuerwehrzufahrten und Hydrantenkennzeichnungen auf Parkplätzen und Straßen
- Notausgangsmarkierungen in Bahnhöfen, Flughäfen und Tunneln
Materialien für Brandschutzzeichen
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Materialtyp |
Eigenschaften |
Einsatzbereich |
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Aluminium- oder Kunststoffschilder |
Wetterfest, langlebig |
Innen- und Außenbereiche |
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Nachleuchtende Schilder (DIN 4066) |
Sichtbar bei Dunkelheit oder Rauch |
Fluchtwege, Notausgänge |
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Reflektierende Folien |
Gute Sichtbarkeit bei schwacher Beleuchtung |
Parkhäuser, Tunnel |
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Bodenmarkierungen mit Brandschutzsymbolen |
Abriebfest, rutschfest |
Industriehallen, Bahnhöfe |
Die Wahl des richtigen Materials hängt vom Einsatzbereich und den Umgebungsbedingungen ab.
Platzierung und Anbringung von Brandschutzzeichen
Allgemeine Regeln für die Anbringung
- Brandschutzzeichen müssen gut sichtbar und dauerhaft angebracht sein
- Schilder dürfen nicht durch Möbel, Türen oder andere Gegenstände verdeckt werden
- Feuerlöscher- und Hydrantenschilder sollten oberhalb oder direkt neben den Geräten angebracht sein
- Fluchtwegzeichen müssen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, sodass sie von jeder Position im Raum sichtbar sind
Spezifische Platzierungsvorgaben
- Notausgangs- und Fluchtwegschilder über Türen oder in Laufwegrichtung anbringen
- Feuerlöscherkennzeichnungen auf Augenhöhe platzieren (1,50 m – 2,00 m über dem Boden)
- Feuerwehrzufahrten und Brandschutzzonen mit deutlich sichtbaren Schildern ausweisen
Wartung und Kontrolle von Brandschutzkennzeichnungen
- Regelmäßige Überprüfung auf Lesbarkeit und Sichtbarkeit
- Erneuerung von verblassten oder beschädigten Schildern
- Kontrolle der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften durch Sicherheitsinspektionen
- Anpassung der Kennzeichnung bei baulichen Veränderungen oder neuen Fluchtwegkonzepten
Häufige Fehler bei der Brandschutzkennzeichnung
❌ Unsachgemäße Platzierung → Schilder sind nicht sichtbar oder falsch ausgerichtet
❌ Falsche oder fehlende Beschilderung → Fehlen von Notausgangs- oder Feuerlöscherzeichen
❌ Verblasste oder beschädigte Schilder → Reduzierte Lesbarkeit und Wirksamkeit
❌ Keine Kombination mit anderen Sicherheitsmaßnahmen → Nur Schilder reichen oft nicht aus; regelmäßige Schulungen und Notfallübungen sind notwendig
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Brandschutzkennzeichnungen
Welche Brandschutzkennzeichnungen sind gesetzlich vorgeschrieben?
Alle Gebäude mit Brandschutzeinrichtungen müssen Feuerlöscher-, Notausgangs- und Fluchtwegkennzeichnungen haben.
Wie oft müssen Brandschutzzeichen überprüft werden?
Mindestens einmal jährlich oder bei betrieblichen Änderungen.
Sind Brandschutzzeichen nachleuchtend vorgeschrieben?
Ja, in Bereichen ohne Notbeleuchtung müssen Schilder nachleuchtend sein.
Dürfen Brandschutzzeichen individuell gestaltet werden?
Nein, sie müssen den offiziellen Normen (ISO 7010, DIN 4066) entsprechen.
Wie groß müssen Brandschutzzeichen sein?
Die Größe richtet sich nach der Erkennungsweite, z. B. 150 x 150 mm für 15 Meter Sichtweite.
Fazit
Brandschutzkennzeichnungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Sicherheitskonzepts in Gebäuden und Arbeitsstätten. Sie ermöglichen eine schnelle Orientierung im Brandfall und sorgen für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Durch normgerechte Platzierung, regelmäßige Wartung und den Einsatz nachleuchtender Materialien können Fluchtwege, Löschmittel und Brandschutzeinrichtungen jederzeit zuverlässig erkennbar gemacht werden.
