Markierung von Gefahrenstellen

Eine effektive Gefahrenkennzeichnung trägt dazu bei:

  • Unfälle und Verletzungen zu vermeiden
  • Mitarbeiter und Besucher über potenzielle Gefahren zu informieren
  • Gesetzliche Arbeitsschutzvorschriften einzuhalten
  • Sicherheitsbereiche eindeutig zu definieren

Ohne eine klare Markierung können Gefahren leicht übersehen werden, was das Unfallrisiko erheblich erhöht.


Gesetzliche Vorgaben und Normen für die Markierung von Gefahrenstellen

Internationale und europäische Normen

  • ISO 7010: Einheitliche Piktogramme für Sicherheitskennzeichnungen
  • DIN EN ISO 3864: Gestaltung und Anwendung von Sicherheitsfarben und -zeichen
  • ASR A1.3 (Technische Regeln für Arbeitsstätten): Anforderungen an Sicherheitsmarkierungen in Deutschland

Arbeitsschutz und Sicherheitsvorschriften

  • ArbStättV (Arbeitsstättenverordnung): Pflicht zur Kennzeichnung von Gefahrenbereichen
  • DGUV Vorschrift 9: Anforderungen an betriebliche Sicherheitsmarkierungen
  • BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung): Sicherheitskennzeichnung von Maschinen und Anlagen

Normgerechte Farb- und Formgebung für Gefahrenmarkierungen

Farbe

Bedeutung

Anwendungsbereich

Schwarz-Gelb

Warnmarkierung

Hindernisse, Stolperstellen, Maschinenbereiche

Rot-Weiß

Absperrmarkierung

Gefahrenbereiche, Sperrzonen

Rot

Brand- und Feuergefahr

Feuerlöscher, brennbare Materialien

Gelb

Vorsichtshinweis

Rutschgefahr, Hochspannung

Blau

Gebotszeichen

Schutzkleidung, Sicherheitsvorschriften

Die Einhaltung dieser Normen gewährleistet eine einheitliche und leicht verständliche Sicherheitskommunikation.


Arten der Markierung von Gefahrenstellen

1. Bodenmarkierungen für Gefahrenbereiche

  • Schwarz-gelbe Streifen für Hindernisse oder Stolperfallen
  • Rutschhemmende Markierungen für feuchte oder glatte Flächen
  • Rot-weiße Absperrungen für gesperrte oder gefährliche Bereiche

2. Sicherheitskennzeichnungen für Maschinen und Anlagen

  • Warnzeichen für bewegliche Maschinenteile und heiße Oberflächen
  • Kennzeichnung von Hochspannungsbereichen und elektrischen Gefahren
  • Markierung von Quetsch- und Schnittstellen an Förderbändern

3. Höhen- und Absturzsicherungsmarkierungen

  • Markierung von Stufen und Kanten mit rutschfesten, leuchtenden Materialien
  • Schwarz-gelbe Warnbänder an niedrigen Durchgängen oder hervorstehenden Teilen

4. Verkehrs- und Fahrbahnmarkierungen

  • Kennzeichnung von Fußgängerwegen und Fahrspuren in Industriehallen
  • Trennung von Stapler- und Personenverkehr in Lagerbereichen
  • Gefahrenmarkierungen an Toreinfahrten und Engstellen

5. Leuchtende und reflektierende Sicherheitsmarkierungen

  • Nachleuchtende Streifen für Notwege und Stromausfälle
  • Reflektierende Markierungen für schlechte Sichtverhältnisse

Anwendungsbereiche für Gefahrenmarkierungen

Industrie- und Produktionsstätten

  • Maschinenkennzeichnung und Gefahrenbereiche für Bediener
  • Bodenmarkierungen für Staplerwege und Fußgängerzonen

Büros und öffentliche Einrichtungen

  • Kennzeichnung von Treppenstufen und rutschigen Böden
  • Sicherheitsmarkierungen für Fluchtwege und Notausgänge

Baustellen und Verkehrssicherung

  • Absperrungen für gefährliche Baustellenbereiche
  • Leitmarkierungen für Verkehrssicherheit und temporäre Gefahrenzonen

Gesundheitswesen und Labore

  • Kennzeichnung von Chemikalienlagern und biologischen Gefahren
  • Sicherheitsbereiche für Strahlung oder infektiöse Stoffe

Materialien für Gefahrenmarkierungen

Materialtyp

Eigenschaften

Einsatzbereich

Klebebänder (PVC, Vinyl)

Schnell anbringbar, flexibel

Innenbereiche, temporäre Markierungen

Farbanstriche (Acryl, Epoxidharz)

Abriebfest, langlebig

Industriehallen, Straßenmarkierungen

Rutschfeste Markierungen

Erhöhte Sicherheit

Treppen, glatte Böden

Reflektierende und nachleuchtende Schilder

Gute Sichtbarkeit bei Dunkelheit

Notausgänge, Fluchtwege

Die Wahl des richtigen Materials hängt vom Einsatzbereich und der gewünschten Haltbarkeit ab.


Applikationsmethoden für Gefahrenmarkierungen

Spritzlackierung und Farbauftrag

  • Besonders geeignet für große Flächen und dauerhafte Markierungen
  • Verwendung von hochabriebfesten Farben für industrielle Anwendungen

Klebebänder und Bodenfolien

  • Ideal für kurzfristige oder temporäre Markierungen
  • Schnell und flexibel einsetzbar

Thermoplastische Markierungen

  • Besonders widerstandsfähig und langlebig
  • Geeignet für hochbelastete Verkehrsflächen und Industrieanlagen

Wartung und Kontrolle von Gefahrenmarkierungen

  • Regelmäßige Überprüfung auf Lesbarkeit und Sichtbarkeit
  • Erneuerung von verblassten oder beschädigten Markierungen
  • Kontrolle der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
  • Anpassung der Kennzeichnung bei baulichen Veränderungen oder neuen Gefahrenquellen

Häufige Fehler bei der Gefahrenmarkierung

❌ Falsche Farbwahl → Verwirrung über die Bedeutung der Markierung

❌ Unzureichende Kennzeichnung → Gefahrenstellen bleiben unbemerkt

❌ Mangelnde Wartung → Abgenutzte Markierungen verlieren ihre Schutzfunktion

❌ Fehlende Kombination mit anderen Sicherheitsmaßnahmen → Nur Markierungen reichen oft nicht aus


FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Markierung von Gefahrenstellen

Welche Farben sind für Gefahrenmarkierungen vorgeschrieben?

Schwarz-Gelb für Warnmarkierungen, Rot-Weiß für Absperrungen, Rot für Brandschutzbereiche.

Wie oft müssen Gefahrenmarkierungen erneuert werden?

Je nach Beanspruchung mindestens einmal jährlich oder bei schlechter Sichtbarkeit.

Sind nachleuchtende Markierungen sinnvoll?

Ja, insbesondere für Notwege und schlecht beleuchtete Bereiche.

Kann ich Gefahrenmarkierungen selbst anbringen?

Ja, mit Klebebändern oder Markierungsfarben ist eine eigenständige Anwendung möglich.

Welche Materialien eignen sich für den Außenbereich?

Epoxidharzfarben, thermoplastische Markierungen und wetterfeste Klebebänder.


Fazit

Die Markierung von Gefahrenstellen ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes und der Unfallvermeidung. Durch normgerechte Farbcodierung, den Einsatz langlebiger Materialien und regelmäßige Wartung können Risiken minimiert und die Sicherheit in Arbeitsbereichen, öffentlichen Einrichtungen und Verkehrszonen erheblich verbessert werden.